Kalte Sommererinnerungen an Finnland

 

 

 

Köhlis Reisekitsch

Yeahhhh

Bisher war ich an vielen Orten - was eine realtive Betrachtung ist. Jedenfalls hielt ich bisher ein Reisetagebuch oder irgendetwas in der Art für unbequem. Fundstücke auf der Festplatte sind aber im Nachhinein gar nicht so schlecht. Villeicht ändere ich meine Meinung über Reisetagebücher grundlegend.

 

Wortfitzelchen Nummer 1

Ich war schon in Bordeaux, Barcelona, Rom, London, Paris, Camailore, Berlin, Riga, Hamburg, Hannover, Friedrichskoog… also nichts Großes mit kapitalen Lettern - viel mehr war es nicht.

Fitzelchen Nummer 2

Dieses Mal ist es der 18.03.13 und ich sitze in Finnland!!! Es hat ca. -13°C im Durchschnitt und ich fühle mich wohl. Hier regnet es nicht, hier liegen mindestens 3 Meter Schnee. "Home sweet home", wie schön ist es im Warmen, in Norddeutschland (Haha). Gerade geht hier die Polarnacht zur Neige. Die Wälder bestehen aus vielen Birken und Kief(f)ern, im Finnischen ICE, der in Wahrheit einen sonor itonierten Namen besitzt, kann man 2,5 h Zug für 22€ fahren (als Student) und es gibt freies WIFI [das ist bei der DB 2016 nicht state-of-the-art]. Die Schaffner bestehen in Finnland nicht mal darauf eine Studienbescheinigung bei der Kontrolle zu sehen. Sie vertrauen allen bedingungslos. Ist das Dummheit, schafsköpfige Naivität oder einfach nur ehrliches Vertrauen?

Fitzelchen Nummer 3

Vertrauen. Hier gibt es keine Spinde hier gibt es selten Schlösser. Weder an Türen noch an Spinden, noch in den Wäldern. Alle legen ihre Klamotten am Eingang der Uni an der Garderobe ab: Alles! Ski, Gepäck, egal, hier wird nichts gestohlen…

Das mag auch damit zusammenhängen, dass, wer hier was klaut und abhauen will einfach nicht die Chance hat zu entkommen - um die Städte drumrum gibt es nämlich nichts außer Wildnis und meterhohen Schnee mit düsterner Polarnacht. Eiszapfen züchten ist mein liebstes Hobby hier.

Fitzelchen Nummer 4

Begeisternd ist, dass es hier auf den Straßen Eis hat :-) Nicht so ein bisschen Eis, sondern ca. 25 cm dicke brachiale Eisplatten. Die Finnen fahren trotzdem mit Vollgas, aber mit richtigen Winterreifen. Mit Stahlspikes besetzte Reifen, die jedem deutschen Ralleyfahrer blass vor Neid werden lassen würde.

"Die Russen fahren auch mit Vollgas, auch mit Winterreifen, aber ohne Bremsen", sagen die Finnen - oder mit runden Spikes. Die sind keine Europäer - die können das.

Fitzelchen Nummer 5

Man sollte nie schnell vor einem russischen Auto über die Straße. Man weiß nie, welchen Reifenstandart das Auto hat. Meist keinen. Der Russe ist einer der Birken liebt - aber nicht hinter der Kurve.

Fitzelchen Nummer 6

Was man in der Eiswüste so erleben kann? Naja ich war gerade in Lappeenranta (den Namen kann man noch ganz gut aussprechen) das liegt am größten See Finnlands (Saimaa) dort kann man Eisangeln…und (Ski)lang( )laufen…und Nordlichter sehen...und in der Uni lernen und sich freuen, dass es warm ist.

Ja und die Finnen trinken unglaublich viel Milch, obwohl ich keine einzige Kuh gesehen hab. Ich glaube sie machen die Milch aus Schnee, denn sie hat nur in den seltensten Fällen mehr als 3% Fettanteil. Vielleicht liegt das aber auch dran, dass es nur so wenige Kühe gibt. Wenig Milch in viel Wasser, das ist wie Finnland - wenig Menschen auf viel Land.

Fitzelchen Nummer 7

Finnen reden nicht viel, wenn sie nicht betrunken sind. Russen dafür viel mehr und die Franzosen erst. Keinen Plan was die Franzosen hier oben machen. Finnisch und Englisch sind für die eine Marter. Hinzu kommt, die Franzosen und die Spanier leiden unter akutem Grasmangel. So gesehen ist Erasmus eine gute Sache. Harter Entzug.

Ein Gramm für 25 €, ergaben meine Erkundigungen - dafür hat der illegale Vodka von der Russischen Grenze 80%.

Fitzelchen Nummer 8

Nordischen Skiweltcup in Lahti. 80% russischer Vorlauf zwirbeln trotz -30°C ganz schön. Russicher Vodka ist billig und gut. Man singt viel (mehr)... wir mussten uns immer die Kälte vertreiben. Die Weitsprungschanze ist an einen Berg in ein schattiges Loch gebaut. Da kommt einem die Erkenntis, dass es auch bei -30 Grad scheinbar ein Unterschied ist, im Schaten zu stehen oder in der Sonne.

Im Loch unten bei der Schanze waren folglich nur die gang, ganz hart(en) besoffenen Finnen.

 

Over und out. Tagtraum vorbei.

Ein Schmuddelbucheintrag mehr.

Schönes Wochenende.

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